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Wie man sich entprogrammieren kann

Dein Gehirn ist ein fantastisches Stück Handwerkskunst. Seine Fähigkeit zum Verarbeiten und Speichern von Informationen kann wahrscheinlich nicht einmal von den modernsten Computer auch nur ansatzweise erreicht werden, heute nicht und auch nicht in Zukunft. Es ist so überragend, dass es fast scheint, dass es nicht wirklich Hilfe von „Dir“ bräuchte, um dein Leben zu führen.

Ständig erschafft es Reaktionen auf deine Umgebung, indem es in seinen schier unbegrenzten Speicher greift, alle möglichen Arten von Berechnungen durchführt und schließlich die bestmögliche Aktion produziert.

Wie bestimmt es die bestmögliche Aktion? Nun, allgemein gesprochen ist es sie ein Resultat all deiner Erfahrungen, die du bis zum Zeitpunkt der Entscheidung gesammelt hat.
Das Gehirn wird unmittelbar mit deiner Geburt aktiviert, sogar noch früher. Sein großer Zweck: Selbsterhaltung. Es muss dich am Leben erhalten.

Um das zu tun, muss es sicherstellen, dass du gut ausgerüstet bist, um die Welt um dich herum zu bewältigen. Es nimmt alles auf und versucht, es in Kategorien und Gruppen aufzubrechen und abzuspeichern. Gut, schlecht, mag ich, mag ich nicht. Einfach gesprochen, erschafft es eine Menge Kisten, die es beschriftet, und anschließend legt sie Ereignisse, Objekte, Umstände in diesen Kisten ab. Außerdem hat es reaktive Verhaltensmuster gespeichert, die in Verbindung zu diesen Kisten stehen.

Und mit der Zeit wächst die Zahl der Kisten und die Menge ihrer Inhalte und ebenso wächst die Zahl unserer vordefinierten Verhaltensweisen auf das Leben. Lang nach dem Vorfall, der dazu führte, dass ein Objekt in einer bestimmte Kiste landete, ist die Verbindung zwischen dieser Zuordnung und unserm Verhalten noch bestehend.

Unsere Einstellung gegenüber verschiedenen Dingen wird so geformt und wir können uns selten daran erinnern, warum wir etwas mögen und ob dieser Grund sinnvoll ist. Wir akzeptieren einfach, dass „Ich diese Person mag“ oder dass „Ich das unbehaglich finde“. Es gibt unzählig viele Situationen, in denen wir auf diese Weise, aus Intuition, reagieren und fühlen. Der Punkt ist, dass es so viele Situationen gibt, in denen wir überhaupt keinen Anhaltspunkt besitzen, warum unser Gehirn gerade diese Reaktion ausliefert, oder können uns zumindest nicht mehr an ihren Ursprung erinnern.

Sehr bald beginnen die Ablage-Kisten in deinem Gehirn, deinen Gemütszustand zu bestimmen. Du hast keine Kontrolle mehr. Dein Gehirn hat es irgendwo abgelegt, das dein Fußballtrainer meinte, dass du nichts taugst, und seitdem ist die Chance groß, dass du nichts taugst. Und diese Situation ist in der „Traurige Dinge“-Kiste. Diese Kiste ist dann mit verschiedenen Reaktionen verbunden…. Traurigkeit, Wut, Minderwertigkeitsgefühle, Depression. Und schließlich, Überraschung, bist du traurig. Wenn es dann noch regnet oder bewölkt ist… das ist ein weiteres Objekt für die „Traurige Dinge“-Kiste, das die Situation akzentuiert. Du siehst: Es ist nicht dein Fehler. Es ist die Kiste!

Das Gehirn hat übernommen. Die meisten von uns leben im Modus Auto-Pilot. Du musst die Kontrolle zurückgewinnen. Du musst die vordefinierte Reaktion auffangen, die dein Gehirn auswirft. Und dann kannst du dich entscheiden, richtig zu reagieren. Deine Kisten müssen sinnvoll geleert werden, sodass du die Dinge in einem neuen Licht sehen kannst.

Das ist schwer. Du warst dein ganzes Leben so, auf diese Weise. Wenn du damit anfängst, wirst du auf schweren Widerstand von deinem Gehirn treffen, und du kannst diesen Kampf nicht gewinnen. Aber du kannst die Aktionen, die dir dein Gehirn präsentiert, in einem anderen Licht sehen. Diese Aktionen sind einfach nur Empfehlungen. Je bewusster du dies wahrnimmst, desto häufiger folgst du nicht einfach blind der gezeigten Richtung, sondern reagierst auf die Weise, die du bestimmst.

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